Titelblatt Politeia Kalender 2007
Herausgeberin: Marianne Hochgeschurz

+++ Das POLITEIA-Projekt +++

"'Politeia' also anstatt ‚Politik', das klingt doch ganz anders, und täte uns allen, Frauen und Männern, gut. … Nun wird das Projekt den Frauen dazu verhelfen, an sich und an ihre Projekte fester zu glauben, sich ernster zu nehmen, auch: der eigenen Geschichte gewahr zu werden!"*

*Christa Wolf anlässlich der ersten POLITEIA-Ausstellung im November 1998.

Das POLITEIA-Projekt entstand anlässlich der 50. Wiederkehr der Gründung der beiden deutschen Staaten. Sein Hauptanliegen war zunächst, die deutsche Nachkriegsgeschichte aus Ost-West-Frauensicht zu erinnern und Frauen als die treibenden Kräfte der kulturellen, politischen und ökonomischen Entwicklung in den beiden deutschen Staaten zu würdigen. Die historische Erarbeitung geschah am Lehrstuhl für Frauengeschichte der Universität Bonn. Projektleiterin: Marianne Hochgeschurz, wissenschaftliche Leiterin: Annette Kuhn

Zum POLITEIA-Projekt gehören

  Die große Ausstellung mit "Szenarien aus der deutsche Geschichte nach 1945 aus Ost-West-Frauensicht" (ca. 1500 qm Ausstellungsfläche) die meist zusammen mit Arbeiten von Künstlerinnen gezeigt wird. (Erstmalige realisiert im FrauenMuseum Bonn, 1998/99)
     
  Die Fahnen-Austellung - FRAUEN, DIE GESCHICHTE MACH(T)EN - Frauen aus der deutschen Nachkriegsgeschichte, mit 55 oder 85 Fahnen (50 bzw. 80 Porträt- und 5 hinführende Text-)Fahnen.
     
  Der Historische Monatskalender MATRI ARCHE, mit Frauen, die Geschichte mach(t)en in einer neuen Form gewürdigt werden. Mit diesem Kalender wird der Rote Faden zu den matri arche, den Ursprüngen, die weiblich sind, aufgenommen und in der SPIRALE DER ZEIT weitergeknüpft. Jeweils 12 Frauen und ihre historischen Schwestern werden vorgestellt als Verkörperungen der matriarchalen Muster, die die Menschheitsgeschichte beweg(t)en und eine zukunftsweisende Politik von Frauen begründen.
     
Der Titel POLITEIA nutzt selbstbewusst eine traditionsreiche Methode, Sinn- und Deutungsgehalte von Geschichte zu erweitern: Platons gleichnamiger Text schließt Frauen explizit aus der Politik aus - bei ihm ist Politik Männersache. In Anwendung der "Antiphrase", einer Vorgehensweise, die bereits die französische Schriftstellerin Christine de Pizan (1365-1430) als Methode pries, um eine neue, frauenbezogene Sicht auf Geschichte zu ermöglichen, wird POLITEIA hier als historisch-politisches Vermögen zur Frauenangelegenheit.
zuletzt aktualisiert am 10. Sept. 2009 | Newsletter abonnieren